Wer sich Geld leiht, muss seine Gläubiger überzeugen, dass er letzlich fähig ist, den Kredit zurück zu zahlen (Ausnahme: Man ist Zentralbank eines Industriestaats).
Üblicherweise verlangen die Gläubiger die Einhaltung von Anleihekriterien, sog. »Covenants«.
Rohstoffunternehmen garantieren in den Anleihebedingungen eine Absicherung der Förderung gegenüber Preisverwerfungen durch den Verkauf einer entsprechenden Menge an Futures. Dies ist eine der Hauptursachen für die niedrigen Rohstoffpreise derzeit.
Es ist üblich, dass sich die Unternehmen in den »Covenats« verpflichten, ihren Verschuldungsgrad unterhalb einer vereinbarten Schwelle zu halten oder im Falle eines wirtschaftlichen Abschwungs Maßnahmen zu ergreifen, die Anleihe-Gläubiger besser stellen, als beispielweise Angestellte oder gar Aktionäre.
Als Gegenleistung erhalten die Unternehmen einen günstigen Kreditzins.
Neben diesen besicherten Anleihen existiert eine stark expandierende Klasse ungesicherter Papiere. Es wird entweder vollständig oder weitgehend auf »Covenants« verzichtet. Daher der Name »Cov-lite«.
Ein Gläubiger eines »Cov-lite-Bonds« vertraut dem Management vollständig. Er lässt den Entscheidungsträgern die freie Wahl der Maßnahmen, die das Unternehmen letztlich in die Lage versetzen, den Kredit zurück zu zahlen. Logisch wäre es, dieses Privileg nur erstklassig bewerteten Unternehmen mit einem exzellenten Management zu gewähren.
Bis 2007 funktionierte der Markt tatsächlich nach dieser Logig. Im gesamten Jahr 2007 wurde ein Emissionsvolumen von 97 Mrd. $ erzielt.
In den ersten vier Monaten 2013 wurden bereits Anleihen im Volumen von 129 Mrd. $ platziert! (nach 22 Mrd. $ in den ersten vier Monaten des Jahres 2012.)
Und – es gelingt auch Unternehmen mit einem fragwürdigem Rating »Cov-lite«-Anleihen zu platzieren.
Immucor ist ein Unternehmen, das sich mit Blut-Transfusionen beschäftigt. Es wurde 2011 von TPG, einem Hedge-Fonds, übernommen. Die findigen Hedge-Fonds-Manager machten sich flugs dran, »Covenant-Stripping« zu betreiben, also Altanleihen mit umfangreichen Convenants durch neue Cov-lite-Bonds zu ersetzen.
Da werden doch Erinnerungen an die Exzesse vor 2008 wach!
Es passt in die Realität des Jahres 2013, dass man sich hauptsächlich eine Frage stellt: Was passiert mit den Cov-lite-Bonds, wenn die Notenbanken ihre ultraleichte Geldpolitik aufgeben und das Zinsniveau großflächig ansteigt? Wer ist in diesem Falle bereit, für die gebotenen Minizinsen die vermutlich dann unkalkulierbaren Risiken zu tragen?
Das Anleihegläubiger zugunsten einer nur marginal höheren Rendite substanzielle Rechte aufgeben, ist nicht neu. In der Vergangenheit konnte ein renditehungiger Anleger auf Genußscheine, Wandel- oder Hybridanleihen ausweichen. Die höhere Rendite war aufgrund der Anleihe-Eigenschaft nicht in Stein gemeißelt sondern vom Unternehmensergebnis abhängig. Wegen der reformierten Eigenkapitalvorschriften sind die traditionellen Hybridkapitalanleihen nicht merh attraktiv.
Investoren, die sich in der Vergangenheit am Hybridkapitalmarkt bedient haben, müssen sich umorientieren. Wegen der Finanziellen Repression sind auch »normale« Anleihezeichner gezwungen, größere Risiken einzugehen. Das Interesse für »Cov-lite« ist deshalb nicht überraschend. Genauso wenig würde es überraschen, wenn das Vertrauen Investitionen in diese Assetklasse bereits in naher Zukunft »auf Herz und Nieren« getestet werden würde. Entweder durch eine größere Anzahl von Ausfällen oder weil die gesamte Assetklasse einer schmmerzhaften Neubewertung unterzogen wird.
14.05.13
Regulierung des OTC-Marktes
Der-Over-The-Counter-Handel mit Wertpapieren und Derivaten gilt als eine Schwachstelle der Finanzmärkte, als eine Ursache für unvorhersehbare Preis-Peaks und Börsencrashes. Deshalb haben die Regulierungsbehörden diesem unregulierten Marktsegment den Kampf angesagt. In den USA ist dieses Bemühen mit dem Namen »Dodd-Frank« verbunden und institutionalisiert. Ziel ist es, die OTC-Produkte in börsengehandelte Kontrakte umzuwandeln und so dieses Segment auszutrocknen.
Am 16. Mai wird die »US Commodity Futures Trading Commission« die Bedingungen für den Handel von bisher als OTC gehandelten Swaps an der neu eingerichteten »swaps execution facilities« beschließen. Seit mehr als drei Jahren streitet man darüber, wieviel Transparenz überhaupt möglich ist. Die zentrale Frage ist dabei: Kann die Hedge-Fonds-Industrie weiter exisiteren, wenn sie ihre Handelsinstrumente und Trades offenlegen muss?
OTC-Geschäfte spielen sich – obwohl das Volumen riesig ist – häufig in illiquiden Marktnischen ab. Für die geplante »Sefs« war ursprünglich folgendes Prozedere angedacht: Eine Handelsanfrage wird an den Marktplatz gesandt. Dort wird diese anonymisiert und an fünf ausgewählte Banken als potentielle Kontrahenten weitergeleitet. Der beste Preis erhält den Zuschlag. Das Problem: Alle fünf Banken wissen wie viele Anfragen für ein bestimmtes Produkt vorliegen und können hieraus auf Strategien der Hedge-Fonds schließen. Auch wenn sie nicht den Zuschlag bekommen haben, können sie diese Informationen gewinnbringend nutzen und – das ist die Angst der Hedge-Fonds – in engen Märkten die möglichen Profits vernichten.
Die Hedge-Fonds haben sich hier durchgesetzt: Die CFTC schlägt nun vor, in einer einjährigen Testphase die Anfrage nur an zwei willkürlich ausgewählte Banken weiterzuleiten.
Eine Episode am Rande zeigt auf, wie notwendig die Regulierung des OTC-Marktes ist. Die CFTC hat an alle größeren Handelspartner an den Rohstoffmärkten umfangreiche Fragebögen gesandt, in denen nach den Praktiken und Volumina von sog. »exchanges of futures for swaps« gefragt wird. An den Futureshandelsplätzen für Rohstoffe wurden Positionsobergrenzen eingeführt, um Marktmanipulationen vorzubeugen. Es ist in den USA nicht gestattet, Futures-Kontrakte außerhalb der offiziellen Börsenplätze zu handeln.
Die CFTF unterstellt den Händlern nun, diese Regulierung durch die o.g. OTC-Kontrakte umgangen zu haben. Das Geschäft wurde zur Verschleierung der tatsächlichen Intention in zwei Teilen abgewickelt. Zuerst einigten sich zwei Händler in einer privaten OTC-Vereinbarung (ein informelles Telefonat) auf einen Swap, der die Preisentwicklung eines Rohstoffs wiederspiegelt. (In einem Swap-Geschäft verspricht der Swap-Partner dem Initiator eine Performance eines Underlyings. Keiner der Beteiligten muss hierfür das Underlying besitzen.) In dieser speziellen Swap-Konstruktion handelt der Swap-Partner unmittelbar nach dem OTC-Geschäft auf eigene Rechnung am (geregelten) Futures-Markt. Die CFTC unterstellt den Handelspartnern, damit die Positionsgrößenbestimmungen umgangen zu haben.
Das Volumen der »exchange of futures for swaps«-Kontrakte soll einige Milliarden US-dollar betragen. Entsprechend hoch könnten die Strafzahlungen ausfallen.
Am 16. Mai wird die »US Commodity Futures Trading Commission« die Bedingungen für den Handel von bisher als OTC gehandelten Swaps an der neu eingerichteten »swaps execution facilities« beschließen. Seit mehr als drei Jahren streitet man darüber, wieviel Transparenz überhaupt möglich ist. Die zentrale Frage ist dabei: Kann die Hedge-Fonds-Industrie weiter exisiteren, wenn sie ihre Handelsinstrumente und Trades offenlegen muss?
OTC-Geschäfte spielen sich – obwohl das Volumen riesig ist – häufig in illiquiden Marktnischen ab. Für die geplante »Sefs« war ursprünglich folgendes Prozedere angedacht: Eine Handelsanfrage wird an den Marktplatz gesandt. Dort wird diese anonymisiert und an fünf ausgewählte Banken als potentielle Kontrahenten weitergeleitet. Der beste Preis erhält den Zuschlag. Das Problem: Alle fünf Banken wissen wie viele Anfragen für ein bestimmtes Produkt vorliegen und können hieraus auf Strategien der Hedge-Fonds schließen. Auch wenn sie nicht den Zuschlag bekommen haben, können sie diese Informationen gewinnbringend nutzen und – das ist die Angst der Hedge-Fonds – in engen Märkten die möglichen Profits vernichten.
Die Hedge-Fonds haben sich hier durchgesetzt: Die CFTC schlägt nun vor, in einer einjährigen Testphase die Anfrage nur an zwei willkürlich ausgewählte Banken weiterzuleiten.
Eine Episode am Rande zeigt auf, wie notwendig die Regulierung des OTC-Marktes ist. Die CFTC hat an alle größeren Handelspartner an den Rohstoffmärkten umfangreiche Fragebögen gesandt, in denen nach den Praktiken und Volumina von sog. »exchanges of futures for swaps« gefragt wird. An den Futureshandelsplätzen für Rohstoffe wurden Positionsobergrenzen eingeführt, um Marktmanipulationen vorzubeugen. Es ist in den USA nicht gestattet, Futures-Kontrakte außerhalb der offiziellen Börsenplätze zu handeln.
Die CFTF unterstellt den Händlern nun, diese Regulierung durch die o.g. OTC-Kontrakte umgangen zu haben. Das Geschäft wurde zur Verschleierung der tatsächlichen Intention in zwei Teilen abgewickelt. Zuerst einigten sich zwei Händler in einer privaten OTC-Vereinbarung (ein informelles Telefonat) auf einen Swap, der die Preisentwicklung eines Rohstoffs wiederspiegelt. (In einem Swap-Geschäft verspricht der Swap-Partner dem Initiator eine Performance eines Underlyings. Keiner der Beteiligten muss hierfür das Underlying besitzen.) In dieser speziellen Swap-Konstruktion handelt der Swap-Partner unmittelbar nach dem OTC-Geschäft auf eigene Rechnung am (geregelten) Futures-Markt. Die CFTC unterstellt den Handelspartnern, damit die Positionsgrößenbestimmungen umgangen zu haben.
Das Volumen der »exchange of futures for swaps«-Kontrakte soll einige Milliarden US-dollar betragen. Entsprechend hoch könnten die Strafzahlungen ausfallen.
16.04.13
Soros, Reinhard und Renditen für Staatsanleihen
Im aktuellen Spiegel (Nr. 15/2013) kommentiert Carmen Reinhard, die Co-Autorin des Buchs »This time is different« (Rogoff/Reinhard) das derzeitige ökonomische Umfeld. Der Fokus liegt auf der expansiven Geldpolitik der Notenbanken der Industrieländer.
Reinhard führt aus, dass Zentralbanken erst in den 1970er Jahren unabhängig geworden sind, als diese nämlich teilweise gegen den Willen der Politik die Inflationsbekämpfung erzwangen. Die folgende Phase wird auch »Monetarismus« genannt – und ist offenbar abgeschlossen. Nach Reinhard schwingt das Pendel mit der Finanz- und Solvenzkrise wieder zurück. Weltweit exekutieren die Notenbanken den Willen der jeweiligen Regierung. Das gilt natürlich auch für die EZB. Hier ist nur die Frage, wer gerade das Sagen hat.
Danke, Frau Reinhard. Dieses Statement ist Wasser auf meinen Mühlen. Da der Einfluß der deutschen Regierung wegen der Bundestagswahl im Herbst immer schwächer wird, dürfte sich die EZB den Vorstellungen Frankreichs und Italiens annähern. Unter diesem Aspekt macht die jüngste PR-Aktion von George Soros wieder Sinn. Er hatte in der vergangenen Woche weiträumig seine Forderung nach der Einführung von Euro-Bonds gestreut – und damit natürlich zunächst überall Kopfschütteln geerntet. Sollte der Einfluß der Mittelmeeranrainer im Jahresverlauf stärker werden, und sich in Berlin ein Machtwechsel andeuten, dürfte diese Diskussion erneut mit Vehemenz einsetzen. Der »Fuchs Soros« hätte sich in diesem Fall bereits sehr frühzeitig öffentlich zu seiner Investmentstrategie bekannt und könnte nicht mehr so leicht als böse Heuschrecke bloßgestellt werden.
Im weiteren Verlauf des Interviews legt Frau Reinhard den Finger in die offene Wunde der Zentralbanken: Finanzielle Repression (also die künstliche Absenkung der Renditen für Staatsanleihen) hilft den überschuldeten Staaten, indem sie kurzfristig die Kosten für bereits angehäufelten Schulden begrenzt. Solange die Summe der Verbindlichkeiten jedoch wächst, ist die Finanzielle Repression schlicht eine Methode, Zeit für eine mögliche Lösung zu kaufen. »Wenn die Zentralbanken anfangen, Schulden zu kaufen, werden sie irgendwo auf diesem Weg Inflation produzieren. Das ist sicher. Das gilt selbst für Japan!« Dann: »Die Geschichte lehrt, dass Staaten selten aus den Schulden herauswachsen. Sie brauchen eine Kombination aus Austerität und hoher Besteuerung. Das ist am Ende eine subtile Form der Besteuerung.«
In der Konsequenz zahlen alle, die mittelbar oder direkt Staatsanleihen halten, die Zeche. Das sind konservative Sparer, alle Mitbürger mit Rentenversicherungen und alle, die in die Rentenkasse einzahlen. In Europa sind die Versicherungen nach dem Crash der Jahre 2003/3 gezwungen worden, den Großteil der Einlagen in Staatsanleihen anzulegen. Damals war von finanzieller Repression noch nicht die Rede. Jetzt ist dies für die Staaten natürlich eine willkommene Unterstützung - schließlich ist der Absatz der Staatsanleihen bei fast jedem Renditeniveau gesichert.
Wie das Beispiel Japan gerade zeigt, kann die Regierung sich jede noch so sinnlose (geldpolitische) Maßnahme ausdenken – die Versicherungen sind gezwungen, in jeden sauren Apfel zu beißen und dies durch die Abnahme niedrig verzinster Staatstitel zu adeln. In England ist die Notenbank bereits so weit, dass die Renditen der GILT's wegen fehlendem Volumen am Zweitmarkt immer weiter sinken. Vielleicht drückt die Erwartung einer ähnlichen Entwicklung in Frankreich und Italien die Renditen in diesen beiden Ländern bereits heute.
Auch wenn die Renditen für Staatsanleihen global auf Allzeittiefständen notieren, ist es derzeit absurd, auf eine kurzfristige Trendumkehr zu setzen. Dafür muss man schon George Soros heißen und öffentlich die Emission von Euro-Bonds fordern. Das wäre ein klassischer Tipping-Point, der eine neue Ära für Staatsanleiherenditen einläuten könnte.
Reinhard führt aus, dass Zentralbanken erst in den 1970er Jahren unabhängig geworden sind, als diese nämlich teilweise gegen den Willen der Politik die Inflationsbekämpfung erzwangen. Die folgende Phase wird auch »Monetarismus« genannt – und ist offenbar abgeschlossen. Nach Reinhard schwingt das Pendel mit der Finanz- und Solvenzkrise wieder zurück. Weltweit exekutieren die Notenbanken den Willen der jeweiligen Regierung. Das gilt natürlich auch für die EZB. Hier ist nur die Frage, wer gerade das Sagen hat.
Danke, Frau Reinhard. Dieses Statement ist Wasser auf meinen Mühlen. Da der Einfluß der deutschen Regierung wegen der Bundestagswahl im Herbst immer schwächer wird, dürfte sich die EZB den Vorstellungen Frankreichs und Italiens annähern. Unter diesem Aspekt macht die jüngste PR-Aktion von George Soros wieder Sinn. Er hatte in der vergangenen Woche weiträumig seine Forderung nach der Einführung von Euro-Bonds gestreut – und damit natürlich zunächst überall Kopfschütteln geerntet. Sollte der Einfluß der Mittelmeeranrainer im Jahresverlauf stärker werden, und sich in Berlin ein Machtwechsel andeuten, dürfte diese Diskussion erneut mit Vehemenz einsetzen. Der »Fuchs Soros« hätte sich in diesem Fall bereits sehr frühzeitig öffentlich zu seiner Investmentstrategie bekannt und könnte nicht mehr so leicht als böse Heuschrecke bloßgestellt werden.
Im weiteren Verlauf des Interviews legt Frau Reinhard den Finger in die offene Wunde der Zentralbanken: Finanzielle Repression (also die künstliche Absenkung der Renditen für Staatsanleihen) hilft den überschuldeten Staaten, indem sie kurzfristig die Kosten für bereits angehäufelten Schulden begrenzt. Solange die Summe der Verbindlichkeiten jedoch wächst, ist die Finanzielle Repression schlicht eine Methode, Zeit für eine mögliche Lösung zu kaufen. »Wenn die Zentralbanken anfangen, Schulden zu kaufen, werden sie irgendwo auf diesem Weg Inflation produzieren. Das ist sicher. Das gilt selbst für Japan!« Dann: »Die Geschichte lehrt, dass Staaten selten aus den Schulden herauswachsen. Sie brauchen eine Kombination aus Austerität und hoher Besteuerung. Das ist am Ende eine subtile Form der Besteuerung.«
In der Konsequenz zahlen alle, die mittelbar oder direkt Staatsanleihen halten, die Zeche. Das sind konservative Sparer, alle Mitbürger mit Rentenversicherungen und alle, die in die Rentenkasse einzahlen. In Europa sind die Versicherungen nach dem Crash der Jahre 2003/3 gezwungen worden, den Großteil der Einlagen in Staatsanleihen anzulegen. Damals war von finanzieller Repression noch nicht die Rede. Jetzt ist dies für die Staaten natürlich eine willkommene Unterstützung - schließlich ist der Absatz der Staatsanleihen bei fast jedem Renditeniveau gesichert.
Wie das Beispiel Japan gerade zeigt, kann die Regierung sich jede noch so sinnlose (geldpolitische) Maßnahme ausdenken – die Versicherungen sind gezwungen, in jeden sauren Apfel zu beißen und dies durch die Abnahme niedrig verzinster Staatstitel zu adeln. In England ist die Notenbank bereits so weit, dass die Renditen der GILT's wegen fehlendem Volumen am Zweitmarkt immer weiter sinken. Vielleicht drückt die Erwartung einer ähnlichen Entwicklung in Frankreich und Italien die Renditen in diesen beiden Ländern bereits heute.
Auch wenn die Renditen für Staatsanleihen global auf Allzeittiefständen notieren, ist es derzeit absurd, auf eine kurzfristige Trendumkehr zu setzen. Dafür muss man schon George Soros heißen und öffentlich die Emission von Euro-Bonds fordern. Das wäre ein klassischer Tipping-Point, der eine neue Ära für Staatsanleiherenditen einläuten könnte.
30.03.13
Virtualisierung mit Xen unter Ubuntu
Bei mir hat sich inzwischen ein kleiner Zoo an Computern angesammelt, mit dem unterschiedliche Dinge getan werden.
Es gibt einen Clone der Handelsrechner, der bei Ausfällen als Reserve vorgehalten wird, einen internen Mail- und Git-Server, eine Test-Umgebung für Rails und schließlich die Produktionskiste.
Im Zuge der personellen Expansion (als virtuelles Unternehmen), wird ein von außen zugänglicher Server mit der Datenbank und der Latex-Umgebung für die Erstellung der Marktberichte (und zukünftig des Börsenbriefes) immer wichtiger.
Sicher - man kann all dies bei Amazon mieten. Die Frage ist, ob es zielführend ist, sich komplett diesem Giganten auszuliefern und seine geschäftlichen Aktivitäten hiervon abhängig zu machen.
Da im KabelBW-Internetpaket eine feste IP enthalten ist, steht einer Inhouse-Lösung nichts im Wege.
Xen Installieren
Als Hardware ist eine aktuelle Xenon E4-Kiste von Q-E-D auserkoren. Die Basisumgebung ist der Ubuntu Server in der Version 12.10.
Bei der Einrichtung des LVM-Filesystems wird auf der 500 GB-SSD-HD ein Bereich von 75 GB für die Dom0-Verwaltungsdomäne vorgesehen. Der Rest ist für die Xen-Rechner verfügbar.
Es wird zunächst das Basissystem mit Openssh-Server installiert.
Nach dem ersten Start wird mit ifconfig die zugewiesene Addresse ermittelt und dann vom Produktivsystem aus die weitere Konfiguration durchgeführt:
Der steht an dritter Stelle im Grub-Menue. Also
Abschließen mit
Netzwerk
Die Interfaces werden wie folgt angepasst:
Zuerst muss Platz für die virtuellen Maschinen reserviert werden.
Für den ersten Testrechner reservieren wir 20 GB:
Aufgrund eines Konfigurationsfehlers sind die Keymaps nicht richtig verlinkt.
Deshalb muss ein symbolischer Link von
Abschließend wird eine Konfigurationsdatei für die Erzeugung des Rechners erstellt:
Wir haben jetzt einen funktionierenden, virtuellen Rechner, der nach der Installation über vir ssh, vnc, teamviewer usw. erreichbar sein wird.
Es gibt einen Clone der Handelsrechner, der bei Ausfällen als Reserve vorgehalten wird, einen internen Mail- und Git-Server, eine Test-Umgebung für Rails und schließlich die Produktionskiste.
Im Zuge der personellen Expansion (als virtuelles Unternehmen), wird ein von außen zugänglicher Server mit der Datenbank und der Latex-Umgebung für die Erstellung der Marktberichte (und zukünftig des Börsenbriefes) immer wichtiger.
Sicher - man kann all dies bei Amazon mieten. Die Frage ist, ob es zielführend ist, sich komplett diesem Giganten auszuliefern und seine geschäftlichen Aktivitäten hiervon abhängig zu machen.
Da im KabelBW-Internetpaket eine feste IP enthalten ist, steht einer Inhouse-Lösung nichts im Wege.
Xen Installieren
Als Hardware ist eine aktuelle Xenon E4-Kiste von Q-E-D auserkoren. Die Basisumgebung ist der Ubuntu Server in der Version 12.10.
Bei der Einrichtung des LVM-Filesystems wird auf der 500 GB-SSD-HD ein Bereich von 75 GB für die Dom0-Verwaltungsdomäne vorgesehen. Der Rest ist für die Xen-Rechner verfügbar.
Es wird zunächst das Basissystem mit Openssh-Server installiert.
Nach dem ersten Start wird mit ifconfig die zugewiesene Addresse ermittelt und dann vom Produktivsystem aus die weitere Konfiguration durchgeführt:
ssh 172.28.50.117Zunächst aktualisieren wir das System und installieren Xen:
The authenticity of host '172.28.50.117 (172.28.50.117)' can't be established.
ECDSA key fingerprint is 80:50:b0:a8:9c:d1:a1:5f:82:31:39:fa:df:fb:eb:4e.
Are you sure you want to continue connecting (yes/no)? yes
Warning: Permanently added '172.28.50.117' (ECDSA) to the list of known hosts.
topo@172.28.50.117's password:
Welcome to Ubuntu 12.10 (GNU/Linux 3.5.0-17-generic x86_64)
* Documentation: https://help.ubuntu.com/
System information as of Sat Mar 30 08:53:29 CET 2013
System load: 0.0 Processes: 121
Usage of /: 2.9% of 37.38GB Users logged in: 1
Memory usage: 0% IP address for p1p1: 172.28.50.117
Swap usage: 0%
Graph this data and manage this system at https://landscape.canonical.com/
72 packages can be updated.
36 updates are security updates.
Last login: Sat Mar 30 08:49:51 2013
topo@alpha:~$
sudo su
[sudo] password for topo:
root@alpha:/home/topo# apt-get update ; apt-get upgrade
root@alpha:/home/topo# apt-get install xen-hypervisor-amd64Dann muss Grub gesagt werden, dass ab nun der Xen-Kernel gebootet werden soll.
Der steht an dritter Stelle im Grub-Menue. Also
root@alpha:/home/topo# vi /etc/default/grubund dort GRUB_DEFAULT auf »2« setzen (mit sed -i 's/GRUB_DEFAULT=.*\+/GRUB_DEFAULT=2/' /etc/default/grub gehts auch).
Abschließen mit
root@alpha:/home/topo# update-grubDie Xen-Installation wird mit dem Setzen des Toostacks abgeschlossen:
root@alpha:/home/topo# sed -i 's/TOOLSTACK=.*\+/TOOLSTACK="xm"/' /etc/default/xen
root@alpha:/home/topo# rebootJetzt testen wir, ob Xen läuft (weiter alles als root):
xm listSo far - so good.
Name ID Mem VCPUs State Time(s)
Domain-0 0 32077 8 r----- 11.7
Netzwerk
Die Interfaces werden wie folgt angepasst:
vi /etc/network/interfaces
# The loopback network interfaceAnschließend das Netzwerk neu starten:
auto lo
iface lo inet loopback
auto xenbr0
iface xenbr0 inet dhcp
bridge_ports p1p1
# The primary network interface
auto p1p1
iface p1p1 inet manual
root@alpha:/home/topo# /etc/init.d/networking restartifconfig zeigt jetzt die Präsenz einer »xenbr0«-Bridge, über welche die Kommunikation mit den Xen-Rechnern abgewickelt wird. Weitere Informationen erhalten wir mit
root@alpha:/home/topo# brctl showRechner aufsetzen
bridge name bridge id STP enabled interfaces
xenbr0 8000.d43d7e325d3e no p1p1
Zuerst muss Platz für die virtuellen Maschinen reserviert werden.
Für den ersten Testrechner reservieren wir 20 GB:
root@alpha:/home/topo# pvsNun kopieren wir ein ISO-Image des Betriebssystems auf den Server:
PV VG Fmt Attr PSize PFree
/dev/sda5 alpha lvm2 a-- 476,70g 406,86g
root@alpha:/home/topo# lvcreate -L 20G -n ubuntu-test /dev/alpha
Logical volume "ubuntu-test" created
root@alpha:/home/topo# mkdir -p /var/lib/xen/images/ubuntuEs ist an der Zeit, eine graphische Umgebung zu installieren, damit wir ggf. auch dort arbeiten können und uns mittels »ssh-Y« einloggen und anschließend den X11-Output entfernt darstellen können:
topo@hfx:~/Downloads$ scp ubuntu-12.10-desktop-amd64.iso 172.28.50.117:~
root@alpha:/home/topo# mv ubuntu-12.10-desktop-amd64.iso /var/lib/xen/images/ubuntu
root@alpha:/home/topo# apt-get install awesome gnome-terminal vncviewer xinit»startx &« startet erwartungsgemäß einen sauberen awesome-Desktop (Achtung: Als ROOT, also aufpassen!) .
Aufgrund eines Konfigurationsfehlers sind die Keymaps nicht richtig verlinkt.
Deshalb muss ein symbolischer Link von
/usr/share/qemu-linaro/qemu nach /usr/share/qemuangelegt werden (ich mache das im Zweifel im »mc«).
Abschließend wird eine Konfigurationsdatei für die Erzeugung des Rechners erstellt:
root@alpha:/home/topo# vi /etc/xen/ubuntu-test.cfgNach einem Neustart erzeugen wir endlich den Rechner:
builder = "hvm"
name = "ubuntu-test"
memory = "1024"
vcpus = 4
vif = ['']
disk = ['phy:/dev/alpha/ubuntu-test,hda,w','file:/var/lib/xen/images/ubuntu/ubuntu-12.10-desktop-amd64.iso,hdc:cdrom,r']
vnc = 1
boot="dc"
root@alpha:/home/topo# /etc/init.d/xendomains start
root@alpha:/home/topo# /etc/init.d/xen start
* Starting Xen daemons [ OK ]
xm create /etc/xen/ubuntu-test.cfg
root@alpha:/home/topo# xm create /etc/xen/ubuntu-test.cfgIn einem weiteren Terminal wird (als normaler User)
Using config file "/etc/xen/ubuntu-test.cfg".
Started domain ubuntu-test (id=3)
vncviewer localhost:0aufgerufen und der Startbildschirm der Ubuntu-Installation erscheint:
Wir haben jetzt einen funktionierenden, virtuellen Rechner, der nach der Installation über vir ssh, vnc, teamviewer usw. erreichbar sein wird.
27.03.13
Das Comeback der Kreditderivate
Gestern (Dienstag, 26.03.) hat die ungarische Notenbank die Leitzinsen ein weiteres Mal gesenkt. In nunmehr acht aufeinanderfolgenden Schritten wurde der Zinssatz auf jetzt fünf Prozent gesenkt. Trotz der massiven Abwertung des Forint, deuten die Inflationsprognosen auf eine Abschwächung der Teuerungsrate hin. Auch die Schwäche der Währung induziert kein Wirtschaftswachstum. Man ist froh, wenn das prognostizierte Wachstum von 0,5 Prozent erreicht wird. Heute Nacht hat die vietnamesische Notenbank die Leitzinsen gesenkt. Noch vor einem Jahr kämpfte das Land gegen eine Inflationsrate von 12,6 Prozent. Diese ist inzwischen auf 6,6 Prozent gesunken. Der Leitzins konnte deshalb von 9 auf 8 Prozent gesenkt werden.
Zinssenkungen in den Emerging Markets kann man profitabel mit Staatsanleihen in lokaler Währung begleiten.
Die Zinsentwicklung in den Industrieländern zeichnet die immer weiter ausufernde finanzielle Repression nach.
Die britische, japanische und US-amerikanische Notenbank exekutieren ihre unlimitierten QE-Programme und fluten die Kapitalmärkte mit Überschußliquidität.
In Japan hat der neue Notenbankchef Kuroda gestern eine Ausweitung des Ankaufprogramms für Staatsanleihen angekündigt. Auch die BOJ erhöht die Duration ihres Anleiheportfolios, indem sie verstärkt Staatsanleihen mit längerer Restlaufzeit auf dem Sekundärmarkt aufkauft. Japanische Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit weisen eine Rendite von 0,5 Prozent pro Jahr auf.
Gleichzeitig notiert der deutsche Bund-Future auf einem AllTimeHigh, und die Umlaufrendite in Deutschland beträgt 1,07 Prozent.
An den Rentenmärkten vollzieht sich eine klassische Blasenbildung. Es ist völlig unlogisch, in Staatsanleihen zu invesitieren, die weniger als ein Prozent Zinsen abwerfen, wenn die Inflationsrate doppelt so hoch ist. Solange die Renditen munter weiter fallen, ist es trotzdem profitabel.
Auf einen mit Vollgas fahrenden Zug aufzuspringen ist nicht meine Sache. Es geht glücklicherweise auch anders. Erinnern wir uns: Was war die ursprüngliche Intention der FED bei der Auflage des ersten QE-Programms? Es sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine preiswerte Kreditvergabe an Unternehmen und Privatpersonen sicherstellen. Dieses Ziel verfolgen seitdem alle QE-Programme. In den USA stellt die FED zusätzlich das weitere Funktionieren des Marktes für öffentliche Anleihen sicher, mit denen die Kommunen den Ausbau und die Reparatur der öffentlichen Infrastruktur finanzieren.
Seit Auflage des unlimitierten Ankaufs von US-Staatsanleihen (QE4) im Dezember 2012 erwirbt die FED monatlich, zusätzlich zu den 45 Mrd. $, mit denen Langläufer ge- und Kurzläufer verkauft werden, für 40 Mrd. $ verbriefte Immobilienkredite.
Die Folge: Der Immobilienmarkt hat sich wieder sichtbar belebt – der Handel mit Immobilienkrediten auch.
Investmentvehikel, die bis zum Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes 2007 exzellente Erträge erwirtschaftet haben, sind auch jetzt wieder ertragreich.
Eines dieser Vehikel ist die Chimera (CIM). Die Gesellschaft ist ein REIT (Real Estate Investment Trust), der sich auf den Handel mit verbrieften Kreditderivaten spezialisiert hat. Das Ziel des Managements ist, eine attraktive Dividende zu erwirtschaften. Die Dividende beträgt derzeit 14,5 Prozent pro Jahr. Kurssteigerungen der Aktie sind nebensächlich, in Zeiten wie diesen aber möglich. Seit Auflage von QE4 ist der Aktienwert um 20 Prozent gestiegen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die öffentliche Wahrnehmung eigentlich der gesamten Gattung der Mortgage-REIT's. Sobald in dem Anlageportfolio Begriffe wie CDO, ABS oder CBMS auftauchen, klingeln offenbar die Alarmglocken des Jahres 2007 wieder auf. Schaut man beispielsweise bei Seeking Alpha nach Beiträgen, dann wird kein gutes Haar am Geschäftsgebahren dieser Unternehmen gelassen. Die hohen Dividendenrenditen sind suspekt, die Management-Fees und auch die beteiligten Personen werden durchweg negativ dargestellt.
Trotzdem performen die Werte gut. Privatanleger, die sich üblicherweise im Internet mit Informationen über interessante Investmentoppurtunitäten versorgen, dürften deshalb kaum für die gute Performance der letzten Zeit verantwortlich sein. Erst wenn diese auf den Zug aufspringen, ist es an der Zeit, über ein Exit nachzudenken.
Zinssenkungen in den Emerging Markets kann man profitabel mit Staatsanleihen in lokaler Währung begleiten.
Die Zinsentwicklung in den Industrieländern zeichnet die immer weiter ausufernde finanzielle Repression nach.
Die britische, japanische und US-amerikanische Notenbank exekutieren ihre unlimitierten QE-Programme und fluten die Kapitalmärkte mit Überschußliquidität.
In Japan hat der neue Notenbankchef Kuroda gestern eine Ausweitung des Ankaufprogramms für Staatsanleihen angekündigt. Auch die BOJ erhöht die Duration ihres Anleiheportfolios, indem sie verstärkt Staatsanleihen mit längerer Restlaufzeit auf dem Sekundärmarkt aufkauft. Japanische Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit weisen eine Rendite von 0,5 Prozent pro Jahr auf.
Gleichzeitig notiert der deutsche Bund-Future auf einem AllTimeHigh, und die Umlaufrendite in Deutschland beträgt 1,07 Prozent.
An den Rentenmärkten vollzieht sich eine klassische Blasenbildung. Es ist völlig unlogisch, in Staatsanleihen zu invesitieren, die weniger als ein Prozent Zinsen abwerfen, wenn die Inflationsrate doppelt so hoch ist. Solange die Renditen munter weiter fallen, ist es trotzdem profitabel.
Auf einen mit Vollgas fahrenden Zug aufzuspringen ist nicht meine Sache. Es geht glücklicherweise auch anders. Erinnern wir uns: Was war die ursprüngliche Intention der FED bei der Auflage des ersten QE-Programms? Es sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine preiswerte Kreditvergabe an Unternehmen und Privatpersonen sicherstellen. Dieses Ziel verfolgen seitdem alle QE-Programme. In den USA stellt die FED zusätzlich das weitere Funktionieren des Marktes für öffentliche Anleihen sicher, mit denen die Kommunen den Ausbau und die Reparatur der öffentlichen Infrastruktur finanzieren.
Seit Auflage des unlimitierten Ankaufs von US-Staatsanleihen (QE4) im Dezember 2012 erwirbt die FED monatlich, zusätzlich zu den 45 Mrd. $, mit denen Langläufer ge- und Kurzläufer verkauft werden, für 40 Mrd. $ verbriefte Immobilienkredite.
Die Folge: Der Immobilienmarkt hat sich wieder sichtbar belebt – der Handel mit Immobilienkrediten auch.
Investmentvehikel, die bis zum Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes 2007 exzellente Erträge erwirtschaftet haben, sind auch jetzt wieder ertragreich.
Eines dieser Vehikel ist die Chimera (CIM). Die Gesellschaft ist ein REIT (Real Estate Investment Trust), der sich auf den Handel mit verbrieften Kreditderivaten spezialisiert hat. Das Ziel des Managements ist, eine attraktive Dividende zu erwirtschaften. Die Dividende beträgt derzeit 14,5 Prozent pro Jahr. Kurssteigerungen der Aktie sind nebensächlich, in Zeiten wie diesen aber möglich. Seit Auflage von QE4 ist der Aktienwert um 20 Prozent gestiegen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die öffentliche Wahrnehmung eigentlich der gesamten Gattung der Mortgage-REIT's. Sobald in dem Anlageportfolio Begriffe wie CDO, ABS oder CBMS auftauchen, klingeln offenbar die Alarmglocken des Jahres 2007 wieder auf. Schaut man beispielsweise bei Seeking Alpha nach Beiträgen, dann wird kein gutes Haar am Geschäftsgebahren dieser Unternehmen gelassen. Die hohen Dividendenrenditen sind suspekt, die Management-Fees und auch die beteiligten Personen werden durchweg negativ dargestellt.
Trotzdem performen die Werte gut. Privatanleger, die sich üblicherweise im Internet mit Informationen über interessante Investmentoppurtunitäten versorgen, dürften deshalb kaum für die gute Performance der letzten Zeit verantwortlich sein. Erst wenn diese auf den Zug aufspringen, ist es an der Zeit, über ein Exit nachzudenken.
30.01.13
Tobin Steuer
Es werden immer mehr Details über die geplante paneuropäische Finanztransaktionssteuer bekannt. Die FT berichtet heute über eine Studie der EU, nach der ein jährliches Steueraufkommen von 35 Mrd. € anvisiert wird.
Das ist natürlich eine Hausnummer. Wenn man das Ganze zu Ende durchdenkt, wirkt die Steuer wie eine allgemeine Abgabe auf Unternehmensgewinne von börsennotierten Unternehmen. Ob dies das Ziel dieser Maßnahme ist?
Der Hintergrund: Die Abgabe soll als Quellensteuer auf alle Aktien-, Anleihe- und Derivatetransaktionen erhoben werden. Um auf die anvisierte Summe zu kommen, muss eine Abgabe von 0,1% des Handelswerts bei Aktien und Anleihen sowie 0,01% bei Derivaten erhoben werden. Der Aktienhandel verteuert sich für Direktbankkunden (Kleinanleger) um ca. 40% (z. Bsp. ING-DiBa: Orderkosten derzeit 0,25% des Handelswerts, zukünftig 0,35%). Institutionelle Kunden sind mit weitaus größeren Kostensteigerungen konfrontiert, da ihre üblichen Orderkosten erheblich geringer sind.
Die Hürden für Vermeidungsstrategien legt die EU-Kommission unter Algidiras Semeta bereits in diesem frühen Stadium der Planung recht hoch. Alle Finanzinstitute, die für europäische Kunden tätig werden, müssen alle Transaktionen besteuern, egal wo der Sitz des Finanzinstituts ist, egal welcher Handelsplatz benutzt wird. Alle Transaktionen, die an europäischen Handelsplätzen stattfinden, unterliegen der Finanztransaktionssteuer, unabhängig vom Standort des Handelnden.
Wer diese Steuer umgehen will, der muss sich also erstens völlig aus dem europäischen Kapitalmarkt zurück ziehen und muss zweitens seinen Sitz rechtzeitig ins außereuropäische Ausland verlegen. Drittens darf man keine Kundenbeziehungen nach Europa pflegen.
Kaum vorstellbar, dass dies vielen gelingt. Folglich wird die Steuer eine Lenkungsfunktion haben. Wie die Einführung der Abgeltungssteuer der Todesstoß für die Zertifikate-Branche war, wird sich die Finanzindustrie ab 2015 auf Produkte konzentrieren, die nur wenig Tobin-Steuer produzieren. Man muss sich wohl auf eine Zunahme von nicht öffentlich überwachten Handelsplätzen und eine Umdefinition der gesamten Finanzdienstleistungsbranche gefasst machen.
Das ist natürlich eine Hausnummer. Wenn man das Ganze zu Ende durchdenkt, wirkt die Steuer wie eine allgemeine Abgabe auf Unternehmensgewinne von börsennotierten Unternehmen. Ob dies das Ziel dieser Maßnahme ist?
Der Hintergrund: Die Abgabe soll als Quellensteuer auf alle Aktien-, Anleihe- und Derivatetransaktionen erhoben werden. Um auf die anvisierte Summe zu kommen, muss eine Abgabe von 0,1% des Handelswerts bei Aktien und Anleihen sowie 0,01% bei Derivaten erhoben werden. Der Aktienhandel verteuert sich für Direktbankkunden (Kleinanleger) um ca. 40% (z. Bsp. ING-DiBa: Orderkosten derzeit 0,25% des Handelswerts, zukünftig 0,35%). Institutionelle Kunden sind mit weitaus größeren Kostensteigerungen konfrontiert, da ihre üblichen Orderkosten erheblich geringer sind.
Die Hürden für Vermeidungsstrategien legt die EU-Kommission unter Algidiras Semeta bereits in diesem frühen Stadium der Planung recht hoch. Alle Finanzinstitute, die für europäische Kunden tätig werden, müssen alle Transaktionen besteuern, egal wo der Sitz des Finanzinstituts ist, egal welcher Handelsplatz benutzt wird. Alle Transaktionen, die an europäischen Handelsplätzen stattfinden, unterliegen der Finanztransaktionssteuer, unabhängig vom Standort des Handelnden.
Wer diese Steuer umgehen will, der muss sich also erstens völlig aus dem europäischen Kapitalmarkt zurück ziehen und muss zweitens seinen Sitz rechtzeitig ins außereuropäische Ausland verlegen. Drittens darf man keine Kundenbeziehungen nach Europa pflegen.
Kaum vorstellbar, dass dies vielen gelingt. Folglich wird die Steuer eine Lenkungsfunktion haben. Wie die Einführung der Abgeltungssteuer der Todesstoß für die Zertifikate-Branche war, wird sich die Finanzindustrie ab 2015 auf Produkte konzentrieren, die nur wenig Tobin-Steuer produzieren. Man muss sich wohl auf eine Zunahme von nicht öffentlich überwachten Handelsplätzen und eine Umdefinition der gesamten Finanzdienstleistungsbranche gefasst machen.
21.01.13
Renditeanstieg am Rentenmarkt
Nach überstandener Jahresauftakterkältung werfe ich heute einen tagesaktuellen Blick auf die Rentenmärkte.
Bereits in den ersten beiden Ausgaben der Wochenberichte (1/13 und 2/13) wurde das Thema unter der Überschrift »Risk-ON-Modus für Rentenmärkte« behandelt.
Damals war der Kursrückgang bei den Futures für US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Restlaufzeit, der die ersten Handelstage des neuen Jahres prägte, Ausgangspunkt der Diskussion. Es stand die Vermutung im Raum, dass die FED ihr aktuelles QE-Programm viel früher beenden wird, als allgemein erwartet.
Als risikooptimiertes Engagement wurde eine Short-Position im australischen Rentenfuture identifiziert. Der dortige Markt ist nicht repressiv verzerrt und sollte sich deshalb »am Normalsten« verhalten. Die Notierungen deutscher und US-Staatsanleihen werden hingegen durch diverse Notenbankaktivitäten verzerrt. Entwicklungen sind deshalb nur schwer prognostizierbar.
Das könnte sich jedoch ändern.
Im folgenden Chart des Bund-Futures (Tages-Kerzen) sieht man schön die Top-Bildung zum Jahreswechsel. Als blaue Linie ist der Kursverlauf des Bobl-Futures eingezeichnet. Man erkennt einen gleichförmigen Verlauf. Die Renditedifferenz dt. Staatsanleihen mit 5 und 10 Jahren Laufzeit ist also konstant.
Ändert man die Zeitachse, dann lässt sich eine neue Entwicklung erkennen:
Eine Kerze entspricht nun einer Stunde. Insgesamt wird die Kursentwicklung der vergangenen 14 Tage dargestellt.
Der Bobl-Future bildet bis zum 16. Januar den Verlauf des Bund-Futures quasi 1:1 ab. Der Kursrückgang am 17. Januar endete beim Bund-Future auf dem Kursniveau des 14. Januar. Der Bobl-Future hat hingegen ein neues Verlaufstief im Abwärtstrend ausgebildet. Sehr interessant ist auch, dass die Divergenz der Kursverläufe sich im Zuge der jüngsten Erholung noch verstärkte.
Damit zeichnet sich eine überraschende Entwicklung ab: Bei kurzlaufenden Staatsanleihen steigen die Renditen stärker, als bei Langläufern. (Die Zinsstrukturkurve hebt sich am kurzen Ende.) Die Mini-Zinsen für dt. Staatsanleihen werden als Risiko empfunden und die Anlageform gemieden.
Dies könnte der Sargnagel für den gesamten Rentenmarkt sein. Viele haben sich an Notierungen von 140% und mehr für deutsche Staatsanleihen mit einem Kupon von 6% und 10 Jahren Laufzeit (Definition Bund-Future) gewöhnt. Ein Blick nach Australien klärt den Blick: Die dortigen Anleihen notieren bei identischen Konditionen bei 97%.
Bereits in den ersten beiden Ausgaben der Wochenberichte (1/13 und 2/13) wurde das Thema unter der Überschrift »Risk-ON-Modus für Rentenmärkte« behandelt.
Damals war der Kursrückgang bei den Futures für US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Restlaufzeit, der die ersten Handelstage des neuen Jahres prägte, Ausgangspunkt der Diskussion. Es stand die Vermutung im Raum, dass die FED ihr aktuelles QE-Programm viel früher beenden wird, als allgemein erwartet.
Als risikooptimiertes Engagement wurde eine Short-Position im australischen Rentenfuture identifiziert. Der dortige Markt ist nicht repressiv verzerrt und sollte sich deshalb »am Normalsten« verhalten. Die Notierungen deutscher und US-Staatsanleihen werden hingegen durch diverse Notenbankaktivitäten verzerrt. Entwicklungen sind deshalb nur schwer prognostizierbar.
Das könnte sich jedoch ändern.
Im folgenden Chart des Bund-Futures (Tages-Kerzen) sieht man schön die Top-Bildung zum Jahreswechsel. Als blaue Linie ist der Kursverlauf des Bobl-Futures eingezeichnet. Man erkennt einen gleichförmigen Verlauf. Die Renditedifferenz dt. Staatsanleihen mit 5 und 10 Jahren Laufzeit ist also konstant.
Ändert man die Zeitachse, dann lässt sich eine neue Entwicklung erkennen:
Eine Kerze entspricht nun einer Stunde. Insgesamt wird die Kursentwicklung der vergangenen 14 Tage dargestellt.
Der Bobl-Future bildet bis zum 16. Januar den Verlauf des Bund-Futures quasi 1:1 ab. Der Kursrückgang am 17. Januar endete beim Bund-Future auf dem Kursniveau des 14. Januar. Der Bobl-Future hat hingegen ein neues Verlaufstief im Abwärtstrend ausgebildet. Sehr interessant ist auch, dass die Divergenz der Kursverläufe sich im Zuge der jüngsten Erholung noch verstärkte.
Damit zeichnet sich eine überraschende Entwicklung ab: Bei kurzlaufenden Staatsanleihen steigen die Renditen stärker, als bei Langläufern. (Die Zinsstrukturkurve hebt sich am kurzen Ende.) Die Mini-Zinsen für dt. Staatsanleihen werden als Risiko empfunden und die Anlageform gemieden.
Dies könnte der Sargnagel für den gesamten Rentenmarkt sein. Viele haben sich an Notierungen von 140% und mehr für deutsche Staatsanleihen mit einem Kupon von 6% und 10 Jahren Laufzeit (Definition Bund-Future) gewöhnt. Ein Blick nach Australien klärt den Blick: Die dortigen Anleihen notieren bei identischen Konditionen bei 97%.
Abonnieren
Kommentare (Atom)



